Vielseitigkeitsprüfung (IPO)

Diese Prüfung ist für die Gebrauchshunderassen (Diensthunderassen) konzipiert und wurde maßgeblich vom Deutschen Schäferhund-verein (SV) mitgestaltet.

Die Wiege der Hundesportvereine hat zu Beginn unseres Jahrhunderts im Polizeihunde-wesen gestanden. Von der reinen Zweckgebundenheit der Gründerzeit entwickelten sich die Aufgabenstellungen für Schutzhunde hin zum Schutzhundesport. Heute wird nicht mehr vom Schutzhundesport sondern IPO-Sport gesprochen. Einige Hundesportler haben sich gegen den neuen Namen gesträubt, was die Umbenennung aber nicht verhindert hat.

Richtig ist aber sicher, dass die alte Bezeichnung "Schutzhund" für die heutigen IPO-Hunde beziehungsweise den IPO-Sport auch etwas irreführend ist, da diese Hunde eigentlich keinen echten Schutzhunde mehr sind, sondern viel besser als Sport- und Wettkampfhunde zu beschreiben sind.

Besonders im Training, bedingt durch die neue Schwerpunktfestsetzung, bekam er eine überaus sportliche Note. Hier finden wir viel schematisches arbeiten, wo der konsequente und fähige Hundeführer gefordert wird, um dem Hund auch hier auf spielerische und konsequente Weise die möglichst korrekte Ausführung der in der IPO-Prüfungsordnung geforderten Übungsteile beizubringen.

Die Prüfungsteile sind:

  • Abt. "A" (Fährtenarbeit)
  • Abt. "B" (Unterordnung)
  • Abt. "C" (Schutzdienstarbeit)

    Abt. "A" (Fährtenarbeit)

Bild "IPO:vpg_faehrte.JPG"Bei der Fährten-arbeit muss der Hund in einem Gelände (z.B. Acker oder Wiese) durch den Einsatz seines Geruchssinnes Gegenstände finden und den erfolgreichen Fund seinem Hundeführer durch ein entsprechendes Verhalten anzeigen. Die Anzahl der Gegenstände und die Länge der abzusuchenden Fährte richtet sich nach den entsprechenden Prüfungsstufen (IPO I-III, FH 1 und FH 2). Die Fährtenhundeprüfung (FH 1 und FH 2) sind spezielle Prüfungen bei denen der Hund nur in Fährten-arbeit vorgeführt wird. Voraussetzung ist natürlich auch hier, die bestandene Begleithundeprüfung. Während sich die große Mehrheit der Hundehalter noch einmal wohlig im Bett auf die andere Seite drehen, entfaltet sich früh morgens im Fährtengelände bereits einiges an Aktivitäten. Es macht besonders viel Spaß, wenn man beobachten kann, mit wie viel Eifer und Konzentration sich auch schon sehr junge Hunde dieser Aufgabe stellen. Die Fährten-arbeit ist gerade für den Junghund der ideale Einstieg in den Schutzhundesport, denn eine Fährte mit der Nase zu verfolgen, ist ihm angeboren. Unter fachlicher qualifizierter Anleitung lernt er rasch, was auf das Hörzeichen "Such" von ihm erwartet wird.

Im Fährtenhundesport ist es eine Tatsache, dass hier vielerlei unterschiedlich veranlagte Vierbeiner im Vergleich zu sehen sind. Alle haben eines gemeinsam: die hervorragende und zu einmaligen Leistungen fähige Hundenase.

    Abt. "B" (Unterordnung)

Die Unterordnung oder der Gehorsam sind die Grundlage der gesamten Ausbildung eines Hundes. Sie ist die Erweiterung der Ausbildung zum Begleithund und wird von der IPO-Stufe I bis zur IPO-Stufe III immer anspruchsvoller. Zu einer Vielseitigkeitsprüfung gehört der Nachweis der Führigkeit des Hundes, also seiner Bereitschaft, die Befehle seines Menschen auszuführen. Der Gehorsam bildet die Grundlage für das harmonische Zusammenwirken von Hundesportler/in und Hund. Im Training wird vom Hundeführer/in hoher körperlicher Einsatz verlangt, denn was in der Perfektion so ruhig und leicht erscheint, erfordert im Übungsstadium außerordentliche Konzentration und Fitness. Die Übungsstunde variantenreich und voller Bewegung zu gestalten, ist ein Muss, damit der Hund dauerhaft Freude an der Arbeit hat. Nur wenn alle seine Sinne gefordert sind und seine Interessen berücksichtigt werden, winkt am Ende der wohlverdiente Erfolg - die korrekte und spielerisch einfach aussehende Ausführung einer Aufgabe durch unseren Vierbeiner. Getreu dem Goethewort: "Dem Hunde, wenn er wohlerzogen.....", ist es für jedermann ein Genuss, wenn er einen gut ausgebildeten Hund und seinen Führer/in beim Zeigen der Übungen wie Freifolge, Abrufen, Sitz auf einmaliges Hörzeichen: Hinlegen, Bringen eines Gegenstandes, Überwinden von Hürde und Schrägwand und was die Prüfungsordnung sonst noch alles verlangt, beobachten kann.


    Abt. "C" (Schutzdienst)

Bei der Ausbildung im Schutzdienst der IPO wird der vorhandene Spiel- und Beutetrieb des Hundes ausgenutzt und gezielt eingesetzt. Der Hund lernt auch unter extremen Bedingungen (Reizlage) auf die Hörzeichen seines Hundeführers zu reagieren. In der Abteilung "C" gibt es auch Beißphasen in denen der Hund auf einen Schutzärmel beißen soll, dieser Ärmel wird landläufig auch als IPO- oder VPG-Ärmel bezeichnet.

Für die Leistungsfähigkeit eines gut veranlagten Hundes ist in dieser Sparte die sachgerecht Ausbildung unter guter Zusammenarbeit zwischen Hundeführer/in, Übungsleiter und Schutzdiensthelfer ausschlaggebend. Viel Zeit und Mühe muss investiert werden, bis der Hund die in der Prüfungsordnung geforderten Übungen von der sauberen Streife nach dem Helfer bis hin zum abschließenden Transport zum Leistungsrichter zuverlässig ausführt.




Ihr Ansprechpartner für IPO: Tom Weser



Trainer für IPO

Tom Weser
Detlef Behr
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